31. August 2010

Ein Wochenende in Watford - Dienstag

Der Tag begann, wie es sich für eine angehende Farmerin gehört, im Coffeeshop bei Karen und sie wusste, wie gesagt schon als ich reinkam, was ich haben wollen würde. Danach wartete Rita wieder mit Eiern und Schinken zuhause (für mich lag Routine in der Luft). Es sollte ein entspannter Tag werden.. wobei wir Frauen uns fragten, warum wir am Tag zuvor dann soviel hatten machen „müssen“. Vormittags wurde wieder gearbeitet. Ad, Peter, Flavie und ich fuhren in den Wald um einen Baum, der im März gefällt wurde zu spalten und die Holzscheite dann zur Hütte auf die Lichtung zu bringen. Und auch das machte überraschender Weise wirklich Spaß und weil wir selbst nach dem Abladen eines kompletten Baumes im Holzschuppen der „Shack“ noch nicht genug schwitzten, wurde der Weizen vom Vortag noch bearbeitet. Und wie sollte es anders sein: natürlich ganz original mit dem Dreschflegel... echt coole Sache. Naja, gut, ich habe dann wohl etwas zu fest zugehauen, denn mein Flegel machte nach einigen Schlägen die Fliege. Das Lederband rieß und so blieben noch zwei Stöcke. Naja, ist ja auch ein altes Gerät gewesen.

Da es weiterhin wunderschönes Wetter war, Sonne und 34 Grad, beschlossen wir am Nachmittag Richtung Wasser zu fahren, genauer gesagt an den Huron See (Lake Huron). Also fuhren wir in die Stadt Grand Bend. Um aber nicht nur wegen des Wassers dort gewesen zu sein, besuchten wir ein Museum in dem ältere Gegenstände ausgestellt wurden. Ich schreibe deswegen 'Gegenstände', weil von der Gabel bis zur Kutsche und zum Auto wirklich alles dabei war. Da zu den Stücken selbst eigentlich nichts geschrieben stand, vermute ich, dass hier einfach Stücke von den Bewohnern der Umgebung über die Jahre gesammelt wurden. Und Fakten darüber scheinen, meinen momentan noch sehr kleinlichen Erfahrungen nach, hier nicht so in Mode zu sein. Aber es war dennoch schön und zeitweise auch interessant, sich das ganze mal anzuschauen. Am Ende der Ausstellung, die übrigens in großen eng beieinander stehenden Scheunen zu finden war, fand man sogar eine nachgebaute Schule sowie eine nachgebaute Kirche von vor 200 Jahren. Da uns allen aber ziemlich warm war, hielten wir uns nicht allzu lange dort auf und fuhren ENDLICH zum Strand. Leider muss ich sagen, dass das Reisen mit älteren Menschen nicht immer von Vorteil ist. Warum? Nun, es war halb drei am Nachmittag, 34 Grad im Schatten und ich fand mich an einem wunderschönen Sandstrand mit türkisblauem Wasser wieder. Was macht eine Gruppe älterer Kanadier? Sie schickt dich vor die Autotür mit der liebgemeinten Aufforderung „Na dann mal los, schieß ein paar Fotos und dann treffen wir uns in 5 Minuten zwei Meter weiter hier auf dem Parkplatz! Wir lassen solange die Klimaanlage laufen!“ Ich dachte in diesem Moment wirklich, ich würde nicht richtig hören. Natürlich war ich nicht davon ausgegangen, dass wir baden gehen werden, aber ich wollte wenigstens ein bisschen am Strand entlang spazieren. Nachdem ich diesen Wunsch zweimal geäußert hatte, wurde dann auch beschlossen für eine kleine Runde zu bleiben. 
Also zog ich meine Sandalen aus und sprintete zum Wasser. An dieser Stelle sei er doch einmal erwähnt; ich musste an Jörg denken, der immer, egal an welchem großen See/ Meer er auch ist, die Schuhe auszieht und wenigstens die Füße ins Wasser hält. Genau das wollte ich auch machen! Immerhin würde ich dann als erstes von uns beiden in diesem See gestanden haben, obwohl es mir vor allem in diesem Moment viel lieber gewesen wäre, zusammen die Füße in kanadisches Wasser zu halten.


Leider war die Erfrischung nicht von Dauer; wie gesagt, ich war ja nicht allein und leider muss man sagen, dass wir im Anschluss in der Bar in der Nähe des Strandes länger saßen als ich mit den Füßen im Wasser gewesen war... im Nachhinein finde ich das irgendwie seltsam, aber naja.

Auf dem Rückweg fuhren wir bei einem weiteren Bruder Peters vorbei, welcher vor allem durch Schweine seine Farm betreibt und leidenschaftlicher Traktorsammler ist. Wir blieben auch dort noch 2 Stunden und mir wurden natürlich die Schweine gezeigt. Transportiert werden sie im übrigen zeitweise in einem umgebauten alten Schulbus, zu sehen auf den Fotos. Wir beendeten den Abend und somit auch das lange Wochenende mit einem ausgiebigen Abendbrot mit ganz vielen leckeren Resten der vergangenen Tage sowie Jeopardy und dem kanadischen Glücksrad. Ich ging früh zu Bett. Am nächsten Tag sollte es ja über einen kleinen Umweg zurück nach Ottawa gehen.

1 Kommentar:

  1. Nur um eine "Kleinigkeit" klar zu stellen: meine Füße hab ich zuerst im Lake Huron gehabt!
    Beweisfoto gibts hier:

    http://picasaweb.google.de/joerg030284/AusflugNachMackinacIsland#5111340088553999186

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