Der Sonntag begann für mich mit Vogelgezwitscher vorm Fenster. Ich realisierte: du bist mitten auf dem LAND! Leider war das auch der Grund, warum das Duschen weniger schön war. Das Wasser auf dem Land hat zuviele Sulfide in sich. Das ist nicht gesundheitsgefährdend, aber es stinkt wie die Pest. Wer jemals verfaulte Eier gerochen hat... so roch das Wasser aus der Leitung dort. Alles andere aber war wundervoll! Wir fuhren nach einer Tasse Kaffee durch die Felder von Ad direkt zu seiner Hütte im Wald, liebevoll „The Shack“ genannt. Ich wünschte alle meine Sonntagmorgen würden so anfangen. Die Hütte hat Ad 2003 begonnen: zuerst Bäume gefällt, einen kleinen Teich ausgehoben und dann eine Hütte, eine Sauna, einen größeren Schuppen für seine Ahornsirupherstellung (ja, es gab selbstgemachten Ahornsirup! Jammy!!!!) und einen Holzschuppen gebaut. Es ist so umwerfend da! Drumherum nur Wald und Vögel und mittendrin wir! Ich lernte auch gleich sämtliche Tierarten Kanadas kennen. Gut, den Grizzly gab es nicht, dafür aber überdimensonale Buntspechte, schwarze Eichhörnchen, Hirsche (4 Tage später gesichtet), einen frischgefangenen Waschbären, riesige Schmetterlinge und Kolibris!!!!! Ja, wirklich Kolibris und die fliegen dort rum, wie bei uns die Spatzen! Ich war wirklich sprachlos! Ad hat für diese extra Tränken mit Zuckerwasser aufgehangen und wenn einer kam, dann kamen etliche hinterher. Und ein paar Sekunden später waren dann wieder alle verschwunden. Sehr interessant kann ich euch sagen!
Naja, auf dieser Lichtung hatten wir dann Messe, was wirklich wunderschön, aber auch sehr warm war. Dann ging es mit Ads Quad durch sein kleines Waldstück und Peter entschied, dass wir die Mittagspause nutzen sollten, um mir die Gegend etwas zu zeigen. Tja, ich werde noch ziemlich bevorzugt behandelt... Und wieder ging es über unzählige Landstraßen an Feldern vorbei auf denen ab und an eine Farm mit mehreren Scheunen stand. 9 von 11 Geschwistern Peters sind in Watford geblieben und so fuhren wir quasi jede Farm seiner Familie ab und hielten bei dem einen oder anderen. So zum Beispiel bei Bart. Ich erinnere mich deswegen so gut daran, weil wir nach einem Bier in seiner Küche (zum Bier komme ich später) seinen Garten begutachten durften. Im Übrigen haben alle seine Geschwister um das Haus herum Rasen und Bäume und Gärten und das ungefähr mindestens in der Größe eines Fußballfeldes. Alles ist hier viel größer! Naja, wir standen also in Barts Garten und ich bekam meinen Mund nicht mehr zu: überall riesige Kürbisse, Bohnen und Tomaten, reife und tiefrote Tomaten. Bart sagte, wir sollen uns ruhig bedienen, er wüsste langsam nicht mehr wohin mit dem ganzen Gemüse. Also aß ich! Diese Tomaten waren der Hammer, süß und saftig!
Viele seiner Geschwister haben auch einfach mal eine Horde Schafe am Haus, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Oder eine Holzhütte für den Sommer, die sie, wenn sie gehen einfach nicht abschließen. Das war mir auch bei Ad und Rita aufgefallen. Die ließen immer den Fernsehr im Wintergarten laufen, selbst wenn wir für einen Nachmittag wegfuhren und schlossen selten ab. In der Gegend kommt einfach kaum jemand vorbei, sagten sie. Und wenn jemand käme, dann solle er sich ein Bier nehmen, fernsehen und wieder gehen, wenn es ihm reicht – ein wahnsinniges Gottvertrauen!
Am Nachmittag ging es dann zur Reunion der Familie in einen großen (und damit meine ich kanadisch-klein) Park, in dem auch ein kleiner Badesee war. Die Familie war nicht ganz vertreten und trotzdem waren es fast 100 Leute! Ich spielte einige Runden Kupp und wurde von mal zu mal schlechter, unterhielt mich mit fast allen Geschwistern, erinnerte mich am Ende aber nur an maximal 5 Namen. UND ich genoss mein erstes kanadisches Barbeque und es war umwerfend. Das Fleisch war toll zubereitet von einem Neffen Peters.
Wayne, ein Highschool-Lehrer, der wirklich sehr lustig war und seine eigenen Grill einfach mal so auf dem Anhänger mitgebracht hatte. Er ist einer der Menschen, die ich sicher nicht vergessen werde. Er hat durch eine schwere Krankheit ein Bein verloren, joggt aber nun wieder täglich, spielt Hockey und ist voller Lebensfreude – sowie irgendwie alle Sanders, so mein Eindruck. Den Sonnenuntergang schaute ich mir dann vom Steg am See an und versuchte erneut zu realisieren, wo ich bin. Aber ich glaube, das dauert noch ein wenig. Der Tag war auf jeden Fall in all seinen Facetten sehr bereichernd.
Am Nachmittag ging es dann zur Reunion der Familie in einen großen (und damit meine ich kanadisch-klein) Park, in dem auch ein kleiner Badesee war. Die Familie war nicht ganz vertreten und trotzdem waren es fast 100 Leute! Ich spielte einige Runden Kupp und wurde von mal zu mal schlechter, unterhielt mich mit fast allen Geschwistern, erinnerte mich am Ende aber nur an maximal 5 Namen. UND ich genoss mein erstes kanadisches Barbeque und es war umwerfend. Das Fleisch war toll zubereitet von einem Neffen Peters.
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