Zu Beginn meines Aufenthalts hatte die Schule noch nicht begonnen, sondern startete erst nach dem Labour Day am 7. September. Dann sagte Peter, dass sich sich an den Schulen erstmal die Lage entspannen müsse, da der Schuljahresbeginn doch sehr stressig sei. Auch das habe ich verstanden. Gleichzeitig war aber immer die Rede davon, dass ich zunächst mit den Vorgesetzten des Schoolboards reden müsste, um abzuklären was ich genau machen will und machen DARF. Dieses Gespräch hat bis heute noch nicht stattgefunden, obwohl es unabhängig vom Schulalltag war. Ich versuchte mich anfangs in Geduld zu üben, immerhin will ich nicht undankbar sein. Viele Leute hier versuchen mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Meinen inneren Konflikt, der dadurch entstand, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Aber bei einem Telefonat mit Frau Prof. Wijlens, die mir das Praktikum vermittelt hatte, machte sie mir deutlich, dass ich zu recht etwas sauer sein darf und nun bitte auf einen baldigen Beginn drängen soll. Also redete ich mit Peter. Manchmal macht es auf mich den Eindruck als ob er mich hinhalten will, da er immer versucht Entschuldigungen zu finden und mir erklären will, wie toll es doch (anscheinend auch ohne das Praktikum) ist. Ich drängte nun aber dennoch, dass mal was passiert und so versuchte er die Leute beim Schoolboard per Telefon zu erreichen. Als aber nach 2 Tagen immer noch nichts passiert war, fuhren wir zusammen zu der Organisation, dass ich die wenigstens schon mal gesehen habe. Natürlich war von den für mich wichtigen Leuten niemand da und so bekam ich nur eine kleine Führung durch den riesigen Komplex und wurde vorerst auf unbestimmte Zeit vertröstet. Nun hat sich das Schoolboard gestern per Telefon gemeldet und so wie es scheint, haben Peter und ich einen Termin für Montag bekommen, an dem ich vortragen soll, was ich machen will. Ja auch dazu will ich kurz etwas sagen: jeder fragt mich hier, was ich machen will. Auch die Leute vom Schoolboard, die meine Sachen in der Hand haben und ich musste mich gezwungenermaßen fragen, wozu ich in Deutschland mit der Hilfe vieler ein Motivationsschreiben erstellt hatte. Es gab im Schoolboard 2 Leute, die sich an mich erinnerten. Zum einen die Dame, die mein Bestätigungsschreiben verfasst hatte und zum anderen der Herr, der meine Bewerbung für das Praktikum bearbeitet hatte. Aber ansonsten war es das. Alles scheint hier anders zu laufen: es ist nicht wie in Deutschland, wo die Leute bei denen man Praktikum macht schon vorher genau wissen, wann du wo zu sein hast. Irgendwie macht es auf mich den Eindruck, als ob hier keiner auf mich vorbereitet ist. Tja und deswegen besteht mein momentaner Alltag aus unbestimmtem Warten, Warten darauf, dass es endlich losgeht.
Ach ja, als „kleiner“ Trost, hat mir Peter einen Unikurs „besorgt“. Ich bin nicht richtig eingeschrieben, aber ich soll teilnehmen. Das wurde mir überraschender Weise 2 Tage vor Unibeginn gesagt. So sitze ich nun jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr in einem Kurs im Master of pastoral Theology zusammen mit 6 anderen Studenten, die aber viel älter sind als ich und alle später als Pastoren und Priester in einer Gemeinde arbeiten werden. Es ist natürlich interessant, das Unileben hier kennen zu lernen, aber ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich mich innerlich zuerst fragte: Und was ist mit meinem Praktikum? Wieder so ein Punkt, wo es für mich ein wenig nach Vertröstung klingt. Es ist auch nicht wie bei uns in Deutschland, dass man einfach in die Veranstaltung geht, sich das anhört, ein bisschen was liest und das war es. Nein, hier bekommt man richtig Hausaufgaben auf. Ich muss zum Beispiel für nächste Woche ein 4seitiges Paper schreiben, ein Fachbuch gelesen haben und ein Symbol für mein Gottesverständnis mitbringen. Das mag jetzt noch alles gehen, aber ich mache mir etwas Sorgen darüber, ob ich das auch noch schaffen werde, wenn denn irgendwann mal das Praktikum angefangen hat. Klar sagt hier jeder, dass von mir nichts erwartet wird, weil ich am Ende keine Noten bekomme, aber ich möchte mich auch nicht in diesen Kurs setzen und nichts machen. Die Teilnehmer dort bezahlen an die 5000 $ und ich bekomme das umsonst. Ich will nicht, dass es am Ende heißt, die Deutschen wären faul und undankbar. Tja und so gestalte ich meinen Alltag mit warten und Unihausaufgaben. Ich habe in den letzten Wochen auch zwei jüngere Kanadier kennen gelernt: Amy (Doktorantin,26) und Bradley (Priesteramtskandidat, 22). Wir versuchen jetzt öfter etwas zu Dritt zu machen, weil auch die beiden zur Zeit fast nur ältere Bekanntschaften haben. So bin ich Freitagabend zum Beispiel bei Amy zu einer Hausparty eingeladen. Mal sehen, da lassen sich vielleicht noch weitere Kontakte knüpfen.
Ansonsten gehe ich ab und zu noch mit Flavie ins Fitnessstudio und schaue mir immer mal einen anderen Teil der Stadt an, war in den letzten Wochen zweimal im Kino („Eat,Pray,Love“ nur zu empfehlen!) und Montagabend in der Oper („Turandot“). Es sind eben kleine Dinge, die ich mir täglich einfallen lasse, um die Zeit bis zum Praktikum zu verkürzen. Vielleicht fragen sich viele von euch, warum ich nicht einfach verreise. Das Problem dabei ist, dass ich nicht wusste, wann es wirklich losgeht. Wie gesagt, ich bin die Letzte, die etwas mitbekommt und ich bin letzte Woche noch davon ausgegangen, dass ich diese Woche in die Schule darf. Und ich möchte auch nicht Reisen planen, solange ich noch keine Details über das Praktikum habe, z.B. wielange ich tägliche arbeite, ob die Möglichkeit für freie Tage besteht usw. Dass es sich solange hinzieht, hätte ich nicht gedacht...
Ansonsten gehe ich ab und zu noch mit Flavie ins Fitnessstudio und schaue mir immer mal einen anderen Teil der Stadt an, war in den letzten Wochen zweimal im Kino („Eat,Pray,Love“ nur zu empfehlen!) und Montagabend in der Oper („Turandot“). Es sind eben kleine Dinge, die ich mir täglich einfallen lasse, um die Zeit bis zum Praktikum zu verkürzen. Vielleicht fragen sich viele von euch, warum ich nicht einfach verreise. Das Problem dabei ist, dass ich nicht wusste, wann es wirklich losgeht. Wie gesagt, ich bin die Letzte, die etwas mitbekommt und ich bin letzte Woche noch davon ausgegangen, dass ich diese Woche in die Schule darf. Und ich möchte auch nicht Reisen planen, solange ich noch keine Details über das Praktikum habe, z.B. wielange ich tägliche arbeite, ob die Möglichkeit für freie Tage besteht usw. Dass es sich solange hinzieht, hätte ich nicht gedacht...
Naja, wie ihr seht, ist es momentan für mich nicht ganz so einfach, auch wenn ich in einem wunderschönen Land sitze. Ich hoffe aber, dass sich bald etwas ändert, sehr bald. So langsam wird es hier auch Herbst und die Blätter färben sich. Bis zum Indian Summer dauert es aber noch ein wenig. Jetzt am Wochenende fahre ich mit Flavie in ihre alte Heimatstadt Quebec City. Es ist die älteste Stadt in Nordamerika und deswegen für Europäer wohl eine der schönsten Städte Kanadas. Ich werde sehen, ob sich das bestätigen lässt. Sicherlich schreit auch das Wochenende nach einem Blogeintrag. Ich versuche hinterher zu sein, wie ihr seht. Aber ich möchte auch keinen Eintrag tippen, wenn ich gerade nicht gut drauf bin. Irgendwie liest man das ja doch raus...
So dann fühlt euch alle, die ihr das lest, von mir gedrückt und drückt wiederum mir die Daumen für Montag. Ich denke sehr viel an Jena und an meine Freunde und Familie und was ihr jetzt alle so treibt. Für alle, die mich im Skype haben: immer wenn ich online und mein Status auf grün ist, bin ich auch skype-bereit. Dann bitte einfach anskypen! Lasst es euch gut gehen!
Grüße aus dem langsam herbstlichen Kanada
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