Hallo an euch alle! Na, habt ihr die Feiertage gut überstanden?
Als kleines Geschenk von meiner Seite gibt es nun mal wieder ein paar Zeilen und einige Fotos ins Picasaalbum. Weihnachten war, sagen wir es mal so, im Großen und Ganzen ganz okay. Bis zum 24. Dezember selbst hatte ich eigentlich gar nicht realisiert, dass es Weihnachten war, immerhin stand kein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer, meine Familie war weit weg und draußen schien bei blauem Himmel die Sonne. Erst als ich gegen 16 Uhr etwas Weihnachtsmusik laufen ließ und nebenbei mein Abendessen kochte, da wurde mir doch klar, dass es Heiligabend war. Da rollten dann doch einige Tränen...

Später war ich mit einer Freundin zur Christmette verabredet. Die Kirche war sehr gut besucht, wie das an Weihnachten nun mal so ist. Die Messe selbst war aber wirklich gut und ich war glücklich, dass sich diese Gemeinde mit den typischen Weihnachtsliedern eher zurückhielt. Sobald nämlich eines der Lieder kam, die wir durchaus auch in Deutschland gesungen hätten, kullerten bei mir die Tränen. Ich weiß nicht, was die Menschen um mich herum dachten, ich erntete allerdings einige mitleidende Blicke. Nach der Messe lud mich meine Freundin noch zum Familienempfang bei ihrer Oma ein. Es war schön, den Abend so nicht alleine zu verbringen, wenngleich es natürlich nicht die eigene Familie war. So endete der Tag relativ unspektakulär mit ein paar netten Gesprächen und ich war beim Einschlafen froh darüber, diesen Tag hinter mich gebracht zu haben. Am 25. Dezember wachte ich mit einer richtig fiesen Erkältung inklusive Halsschmerzen und verstopfter Nase auf und hatte die Befürchtung die Einladung Kerris an diesem Nachmittag ablehnen zu müssen. Wie auch schon an Thanksgiving war ich bei ihrer Mutter zum Truthahn-Essen eingeladen. Ich dachte mir aber: wenn schon nicht das deutsche Weihnachten, dann wenigstens das kanadische. Also hielt ich mich tapfer und saß am Nachmittag wieder bei Kerris Familie auf der Couch und genoß den Anblick eines Weihnachtsbaumes und den Duft des Vogels im Ofen. Die Kanadier laden zu Weihnachten meist noch Menschen außerhalb des engen Familenkreises ein und so kam es, dass auch Freunde der Familie und Kerris Stiefbruder da waren. Der Truthahn war natürlich köstlich und es gab auch einiges an Beilagen dazu. Vieles war genauso wie Thanksgiving: der Kartoffelbrei, der Rübenauflauf, Kürbisgemüse usw. Das was das Weihnachtsessen allerdings vom Thanksgivingessen unterscheidet, ist der „Meat-Pie“. Gehacktes wird mit ein wenig Gemüse in eine Kuchenkruste gepackt und in den Ofen geschoben. Das schmeckt leckerer als es klingt... Achja und zum Nachtisch gab es Schoko-Minz-Eis mit Plätzchen. Ebenfalls sehr lecker. Und zum Schluss gab es diese lustigen Knallbonbons, die man sonst nur aus dem Fernseher kennt. In meinem war, seltsamer Weise, ein Bierflaschenöffner und wie bei jedem anderen auch, eine Krone aus butem Papier und ein Witz.
Ich genoß den Abend in seiner Gemütlichkeit und fieberte nun langsam auf den 27. zu, an dem Jörg endlich nach Kanada kommen sollte.
Alles in allem habe ich Weihnachten also gut überstanden. Es war anders und nicht so intensiv wie es wohl in Deutschland gewesen wäre. Wenn die, die man liebt an solchen Tagen fehlen, dann hält sich die Feierlichkeit eben doch in Grenzen. Ich freue mich auf das nächste Jahr mit dem Weihnachten, das ich von klein auf kannte und das ich nach diesem hier noch mehr zu schätzen gelernt habe.
Ach ja, ein kleiner Nachtrag noch. Der 26. Dezember ist bei den Kanadiern traditionell der „Boxing Day“. An diesem Tag sind alle Geschäfte geöffnet, was dem besonderen Namen des Tages nun zweierlei Bedeutung verleiht. Zum Einen kommen viele Menschen in die Geschäfte, um ihre Geschenke (GeschenkBOXEN) umzutauschen. Zum Anderen haben fast alle Läden hochprozentig reduzierte Ware, da alle Weihnachtskollektionen und Sachen aus dem alten Jahr den Platz für die neuen Sachen räumen müssen. In den Einkaufshallen ist deshalb soviel los, dass es sogar oft zu Kämpfen (BOXEN) kommt.
Auch ich machte mich am 26. auf. Vor vielen Läden standen die Menschen Schlange um überhaupt hinein zu kommen und auch die Schlangen an den Kassen waren enorm lang. Noch wilder ging es auf den Highways zu, vor allem, wenn ein Einkaufszentrum in der Nähe war. Die Schlangen der Autos für das Parkhaus reichten meist bis auf die Highways. Ich machte aber die Erfahrung, dass man an solch einem Tag am besten gezielt einkaufen gehen sollte, denn schlendern war einfach nicht drin.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen